Meine Pflegekatzen

Seit August 2008 bin ich Pflegestelle für das Tierheim Coburg und bekomme seither vor allem junge Katzen im Alter von 8-16 Wochen zur Pflege übergeben, die aufgrund ihres Verhaltens schlechte Vermittlungschancen haben und mit der plötzlichen Umstellung auf ein Leben im Tierheim schlecht zurecht kommen. Hierbei handelt es sich meist um wild lebende Hauskatzen von Bauernhöfen oder um herrenlose Tiere "von der Straße", die mit der Menschenwelt nicht gut vertraut sind und sich entsprechend ängstlich und/oder aggressiv verhalten. Aufgenommene Muttertiere werden aufgrund der schlechten Zähmbarkeit wieder in die Freitheit entlassen. Jungtiere dagegen lassen sich meist vollständig zähmen und für die Menschenwelt gewinnen und erhalten damit die Chance auf ein liebevolles und fürsorgliches Zuhause, anstatt ein mit vielen Gefahren verbundenes Streunerleben zu führen. Sobald diese ebenfalls tierärztlich versorgt sind (vor allem leiden sie stark unter Verwurmung, Milben- und Flohbefall, manchmal sind sie auch verletzt oder von den typischen Katzenkrankheiten gezeichnet) und die erste Schutzimpfung erhalten haben, ziehen sie bei mir in ein extra eingerichtetes Katzenzimmer ein.

 

Ab diesem Zeitpunkt haben die Jungen sehr viel zu lernen. Sie müssen sich gewöhnen an ein nach Menschen und fremden Katzen riechendes Zimmer, an neue und ängstigende Geräusche, an die Anwesenheit ihnen fremder Katzen und die Bewegungen eines Menschen, der Angstfaktor Nr. 1 ist, an Tagesabläufe usw.. Sie lernen ganz eigenständig die menschliche Mimik, Gestik und Stimme zu deuten, die Grundlage für jede Kommunikation. Stimmt diese und vertraut einem das Tier bis zu einem gewissen Grad, muß es lernen, dass auch Anfassen, Streicheln, Hochheben, Spielen, Tadeln, Strafen usw. ebenfalls zum sozialen Zusammenleben dazugehören. Wie schnell sie dies alles lernen, hängt vom Tier selbst ab (Alter, Charakter usw.), von den Artgenossen (sind Mutige dabei können sich Ängstlichere an diesen orientieren und trauen sich oft mehr zu) und von mir und inwieweit es gelingt, ein für Lernen und Vertrauen stressfreies und Sicherheit vermittelndes Umfeld zu schaffen. Bei einem so großen Lernpensum ist es freilich wichtig, die Tiere nicht zu überfordern und ihnen genügend Zeit zur Festigung des Erlernten zu geben. Sobald sie dann aber den Menschen als Sozialpartner kennengelernt und akzeptiert haben, können die Tiere vermittelt werden.

 

Fast alle oben gezeigten Pflegekatzen haben zwischenzeitlich ein schönes Zuhause gefunden. Vermittelt werden müssen noch dringend: Vroni (Bild 35).

Nähere Informationen zur Vermittlung erhalten Sie über das Tierheim Coburg oder auch über mich und die nachfolgenden Steckbriefe.